Die Mischung macht’s
Wo findet man schon ein kammermusikalisches Trio innerhalb eines siebenköpfigen Ensembles? Wie oft hört man J. S. Bach zusammen mit AC/DC in einem Programm vereint? Ist es Zufall, dass Opernarien in einem Atemzug mit Ennio Morricone-Filmmusik gesungen werden können? Und klingen Märsche der Strauß-Dynastie mit einer Metal-DoubleBase immer noch vertraut? Die Antwort auf diese Fragen beinhaltet stets dasselbe: LoudAir! Erleben Sie mit uns ein Programm, innerhalb dessen wir die Musikgeschichte von allen möglichen Seiten betrachten und unter Beweis stellen wollen, wie facettenreich die unterschiedlichsten Gattungen in abwechslungsreicher Instrumentalisierung sein können!
Hier wurden Irena, Tobias, Luis, Daniel, Clemens, Roman und Johannes in einen Topf geschmissen, ordentlich geschüttelt und als LoudAir hübsch angerichtet.
Sehen Sie sich das Ergebnis an!

Wozu sich entscheiden, wenn man beide zur Wahl stehenden Dinge haben kann? Das dachte sich auch Irena Krsteska: welches Blasinstrument sollte sie erlernen? Am besten Doppelhorn, also 2 in 1. Dieses Instrumentalstudium an der Universität für Musik in Skopje oder doch lieber Gesang an der muk Wien? Einfach beide! Popmusik oder klassische Gesangsausbildung? Nun, Sie kennen die Antwort bereits; wenn Sie nach der personalisierten Definition von „Allrounderin“ gesucht haben, können Sie ihre Suche nun beenden. Nie wieder müssen Sie sich zwischen Opernarien des 19. Jahrhunderts und Ennio Morricone’schen Westerngesängen entscheiden. Sopranistische Klänge aus blecherner und organischer Lunge werden hier in einem Mitglied des Wiener Staatsopernchors vereinigt!

Wäre Thors Hammer Mjolnir ein Instrument und würde sich nur dem würdigsten aller Musiker unterwerfen, dann mit Sicherheit als hohes Blech in den Händen von Tobias Karall. Aus dem hohen Norden stammend (Gießhübel im niederösterreichischen Bezirk Mödling) nutzt er als studierter Trompeter der mdw und Direktor der Joe Zawinul-Musikschule in Gumpoldskirchen seine geradezu mythischen Kräfte, um aufstrebenden Musikern eine fundierte Ausbildung zu ermöglichen. Seine praktischen Fähigkeiten, die er in einer Vielzahl von Ensembles unter Beweis stellt, stehen außer Zweifel. So wie auch seine musiktheoretische Begabung: zahlreiche Arrangements für LoudAir und andere Formationen entsprangen seinen melodisch-harmonischen Gehirnwindungen.

Doppelzüngigkeit ist normalerweise keine anzustrebende Charaktereigenschaft, doch Luis Abicht wandelt diese in eine Tugend um. Wo sich andere an Achtelläufen die Schneidezähne ausbeißen, schwebt er elegant über Sechzehntelsequenzen und intoniert dabei so rein, als wäre es das natürlichste der Welt. Nun, für ihn ist es nach seinem Trompeten- und Flügelhornstudium an der mdw genaugenommen auch das natürlichste der Welt. Ein Glück, dass er seine Doppel- und Trippelzungentechnik nicht für sich behält, sondern sie in zahlreichen Ensembles und Orchestern und als Lehrer zur Ausbildung einsetzt.

Ein erfolgreiches Konzert setzt zahlreiche Proben voraus, in denen alle Mitglieder nach einigen Blattleseübungen intonatorische und dramaturgische Entscheidungen treffen müssen. Dies wiederum setzt die Anwesenheit der Musizierenden voraus. Für Daniel Lökös ist die Anwesenheit anderer theoretisch sekundär. Warum? Er spielt Althorn. Er spielt Cello. Er spielt Posaune. Er spielt Gitarre. Er singt wie ein junger (und schlanker) Pavarotti. Er spielt Instrumente, von denen Sie noch nie etwas gehört haben. Er könnte also eine One-man Band sein – leider hat er nur zwei Arme. Außerdem ist der studierte Cellist (Musikuniversität Budapest) viel zu gesellig für ein Soloprogramm. Davon zeugt nicht nur seine Mitgliedschaft beim Wiener Staatsopernchor, er ist auch ein weiteres Drittel der Vienna Tenors.

Ach, Mondolfo, Du herrliche Ostküstprovinz Italiens, regelmäßig auf Listen schönster italienischer Ortschaften zu finden! Stammt Clemens Mondolfo von dort? Man weiß es nicht. Spricht Clemens überhaupt italienisch? Nessuno lo sa, ma puoi chiederglielo! Fakt ist jedoch, dass sein Posaunenspiel mindestens so schön ist, wie diese Gemeinde. Sollte es lieber, denn auch er hat neben Gesang sein Instrument an der mdw studiert. Wenn er gerade nicht mit LoudAir musiziert, findet man ihn im Chor der Wr. Staatsoper. Ist er auch dort nicht anzutreffen, unterrichtet er Tiefes Blech am BRG/BORG St. Pölten.

„Lass uns eine Band gründen!“ Diese glorreiche und oft ausgesprochene Phrase bleibt in den meisten Fällen leider bloßes Wunschdenken. Im Falle von Roman Lauder (unschwer zu erkennen der Namenspatron von LoudAir) jedoch führte dieser Satz über den Schritt eines Konzepts hinaus und wurde 2020 zur Realität. Bezahlt machen sich nun Basstubastudium und Gesangsausbildung an mdw und muk! Nicht nur bei LoudAir, auch bei vielen anderen Projekten, wie den Vienna Tenors und vor allem als Mitglied der Wiener Staatsoper. Wenn Sie einen menschlichen Subwoofer benötigen, wissen Sie nun, an wen Sie sich wenden können.

Johannes Zapotocky wuchs im beschaulichen niederösterreichischen Weinort Perchtoldsdorf auf. Er quälte bereits in jungen Jahren sein Umfeld mit kratzbürstigem Geigengefidel und schepperndem Tenorhorngeklappere, bis er schlussendlich die Trommelfelder seiner Mitmenschen mit Schlagzeugunterricht endgültig zum Bersten brachte. Diese auch für ihn ohrenbetäubenden Erfahrungen haben seinen Weg in Richtung ruhigerer, weil theoretischer Musikanwendung geführt, was in ein Studium der historischen Musikwissenschaft mündete. Wenn er sich nicht gerade im freien Quintfall befindet, arrangiert und adaptiert er barocke, romantische, kontemporäre und auch sinnlose Stücke für LoudAir und andere Ensembles.

Moment, wer ist dieses gesichtslose Etwas? Eine anonyme Strippenzieherin im Hintergrund? Ein böser Blofeld mit Katze auf dem Schoß? Nein, das ist die wichtigste Person in unserem Ensemble – Sie! Was wären wir ohne unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, ohne klatschende, buhende oder zumindest körperlich anwesende Menschen, die uns wissen lassen, warum wir auf der Bühne sind: wegen der Musik, die wir Ihnen mitgeben möchten. Danke, dass Sie da sind – und kommen Sie gefälligst wieder!
